Schlaf und Schlafcoaching

Unser Thema ist heute das Geheimnis des Schlafes, was ganz zu Recht bedeutet, dass vieles noch immer nicht beantwortet ist. Eine der wesentlichsten Fragen ist:

Warum müssen wir schlafen?

Schlaf konserviert Energie: wir verbrauchen während des Schlafens weniger Energie, denn wir sind nicht der Kälte ausgesetzt, mit der wir zurechtkommen müssten, wir müssen unsere Muskeln nicht anstrengen, da wir ja meistens in einem warmen Bett liegen. Aber es handelt sich nicht nur um ein Energiesparen - eigentlich stellen wir die Kapazität unseren Körper gegen Kälte zu schützen wieder her; die Fähigkeit, am nächsten Tag Wärme zu erhalten, wenn wir der Kälte ausgesetzt sind. Es handelt sich also vielmehr eine Art Erhaltung der Erhaltung (Konservierung der Konservierung). Man spart nicht nur Kalorien, es wird vielmehr die Fähigkeit wiederhergestellt, Kalorien zu regulieren - und zwar Kalorien sowohl als Körperwärme als auch als Energie für den Stoffwechsel. Allgemein bekannt ist, dass unsere Gehirne während des Schlafes arbeiten, wenn auch nicht auf dieselbe Weise wie es während des Wachzustandes ist. Es arbeiten Gehirnareale, die während des Tages wenig gefordert werden, währen diejenigen, die die Tagesaktivitäten bestimmen, zum Teil im Ruhezustand sind. Es wurde längst nicht alles erforscht, was unsere Gehirnaktivität während des verschiedenen Schlafphasen bewirken, doch einen interessanten Punkt möchte ich hier zum Ausdruck bringen: Der Schlaf pflegt die „Datenbank“ unseres Gedächtnisses. Tagsüber sind wir unzähligen Eindrücken ausgesetzt, die kleinen und auch die wichtigen Geschehnissen befinden sich jedoch nur in unserem Kurzzeitgedächtnis. Nachts filtert unser Gehirn diese Informationen und nur das Wesentliche wird im Langzeitgedächtnis aufgenommen, der Rest wird teilweise völlig verworfen… Wer unter Schlafstörungen leidet, kann daher auch Gedächtnisprobleme aufweisen. Diese beiden Auswirkungen des Schlafes scheinen mir wesentlich zu sein:

  • Energieverwaltung: diese hilft uns zu regenerieren und auch im Krankheitsfall besser zu heilen
  • Verwaltung des Gedächtnisses: Diese hilft uns, unser Gehirn nicht unnötig zu überlasten und unsere Gedanken auf das Wesentliche zu fokussieren.

Im Falle von Schlafstörungen, ergeben sich daraus die logischen Folgen der Antriebslosigkeit, der Konzentrationsschwierigkeiten und unterschiedliche Krankheitsbilder können entstehen. Doch...

...Was ist eine Schlafstörung?

Die Ursachen von Schlafstörungen können vielfältig sein, ebenso wir die Art der Störung. An dieser Stelle, möchte ich darauf hinweisen, dass nicht jede Schlafangewohnheit, die nicht im Standardraster passt, als Störung bezeichnet werden sollte. Nicht nur das Alter beeinflusst den Schlafrhythmus wesentlich (Teenager brauchen z.B. erheblich mehr Schlaf als Erwachsene), sondern wir sind auch, ganz einfach ausgedrückt, alle unterschiedlich. Manche von uns sind nach vier Schlafstunden bereits erholt, manchen brauchen zehn. Es gilt also zunächst herauszufinden, ob wirklich eine Schlafstörung vorliegt. Dies kann durch einfaches Befragen manchmal schon geklärt werden, manchmal erfordert die präzise Diagnose einen Aufenthalt in einem Schlaflabor. Liegt eine Störung vor, so beeinflusst diese die Gesundheit und die Lebensqualität der betroffenen Person und erfordert Maßnahmen. Hier beginnt die Suche nach dem Ursprung. Unser Institut hat sich auf das Behandeln von nichtorganischen Schlafstörungen spezialisiert. Stellen wir daher fest, dass der Ursprung organisch sein könnte, so verweisen wir auf Ärzte mit denen wir eng zusammenarbeiten. Die psychischen Ursachen können so vielfältig sein, wie es die Menschen und deren Lebensgeschichten sind. So sind Burnout, Depression, Post-traumatisches Belastungssyndrom nur einige von vielen möglichen Ursachen von Schlafstörungen. Manche Erkenntnisse sind auch erstaunlich, so gilt es auf jeden Fall die Schlafangewohnheiten abzuklären. In seinem Buch „Ein Bett für zwei. Unsere Schlafgewohnheiten neu erforscht“, hat zum Beispiel der Mitglied unseres Institutes Gerhard Klösch in Zusammenarbeit mit John Dittami und Josef Zeitlhofer, u. A. herausgefunden, dass viele Menschen (vor allem Frauen!) nicht gut schlafen, wenn sie zu zweit als Paar in einem sogenannten Ehebett schlafen. So „einfach“ können manchmal die Ursachen von Schlafstörungen sein, doch so einfach es klingen mag, es muss eine Lösung gefunden werden. Diese erfordert vom betroffen Paar viel Verständnis füreinander. Wie es vielen längst bewusst ist, die unsere Seiten aufsuchen, ist unsere Traumwelt sehr aufschlussreich um den Antworten näher zu kommen. Sie zeigen uns, wenn auch oftmals auf kryptische Art und Weise, was unser Unterbewusstsein uns zu sagen versucht, was uns so sehr beschäftigt, dass es uns den Schlaf raubt… Unsere Traum- und Albtraumwelten geben jedoch nicht nur Aufschlüsse darüber, was mit uns geschieht, sie können ebenso die Lösungen beinhalten. Mehr dazu können Sie auf unsere Seiten erfahren, in unseren Publikationen, doch natürlich ist das Institut für Sie da, um individuelle Lösungen für diejenige zu bieten, die unter Schlafstörungen leiden. Schwerpunkt des Institutes von Dr. Brigitte Holzinger bildet die Behandlung von Angst- und Alpträumen durch Gestalt- und Verhaltenstherapie, sowie die nichtmedikamentöse Behandlung von Schlafstörungen (Entspannungstechniken, Schlafrestriktion, Autogenes Training) in Einzel- als auch Gruppensitzungen. Dr. Brigitte Holzinger arbeitet auch mit Kindern, die unter Albträumen leiden.

Schlafcoaching

Schlafcoaching ist eine Methode zur schnellen und nachhaltigen Behandlung von Schlafstörungen. Diese wurde in 2014 erstmals von Brigitte Holzinger und Gerhard Klösch in ihrem Buch „Schlafcoaching | Wer wach sein will, muss schlafen“ präsentiert und seitdem weiterentwickelt. Im Laufe des Jahres 2017 wird ihr neues Buch dazu erscheinen, Titel „Schlafcoaching“. Diese Methodik baut auf gestalttherapeutischen Grundgedanken auf. Sie betrachtet das Selbst des Menschen im Zwischenspiel mit seinem unmittelbaren und erweiterten Umfeld. Im Rahmen der gestaltischen, offenen Grundhaltung des Schlafcoachings wird Mittels vier Elementen die Schlafstörung aufgedeckt und behandelt. Diese vier Elemente die sich in der Gestaltwelt frei entfalten können sind: die Schlafedukation und das Wissen über den Schlaf, das Schlaftraining mit seinen Wurzeln in der Kognitiven Verhaltenstherapie, der Einsatz von Entspannungstechniken, zu denen auch Hypnose- und Meditationstechniken zählen und die Traumarbeit. Die Besonderheit der Schlafcoaching Methode ist die rasche Wirkung, die vermag schnell von Schlaflosigkeit betroffenen Menschen, zu besserem Schlaf zu verhelfen und daher Abhilfe gegen die negativen Folgen auf Psyche und Gesundheit verschafft. Gleichzeitig wirkt die hier vorgestellte Schlafcoaching Methode auch nachhaltig und erhöht daher langfristig die Lebensqualität. Für Menschen aus dem medizinischen Bereich die unsere Seiten aufsuchen, möchten wir an dieser Stelle auf die Möglichkeit hinweisen, an der medizinischen Universität Wien einen 3-semestrigen postgraduellen Kurs zu belegen, der sich der Behandlung von Schlafstörungen widmet. Dieses Weiterbildungsprogramm „Schlafcoaching“ schließt mit einem Hochschulzertifikat der Medizinischen Universität Wien ab.

Mehr unter Forschung und Lehre.