„Sag mir, welche Sprache Du sprichst, und ich sage Dir, wovon Du träumst.“ Natürlich kann ich diese Aussage so nicht stehen lassen, sie ist falsch, aber es steckt einen spannenden Wahrheitskern dahinter: Sprache hat einen bedeutenden Einfluss auf die Traumbilder, die unser Unbewusstes Ich entstehen lässt.

So ist aufgefallen, dass English sprachige US-Amerikaner im Zusammenhang mit Krankheiten häufig von Käfern träumen, Deutsche und Österreicher eher nicht. Das könnte daher kommen, dass das Englische Wort für Käfer, „Bug“, auch für Erkältungs-Viren oder Bazillen verwendet wird. So nutzen US-Amerikaner „To catch a bug“, zu Deutsch „einen Käfer einfangen“, anstatt auf einen vagen, wenig bildhaften Ausdruck wie in der deutschen Sprache zurückzugreifen, der lautet „Ich habe mir ‚was‘ eingefangen“. Anhand dieser Beobachtung, scheint es wenig verwunderlich, dass im Zusammenhang mit COVID-19 in den USA nun vermehrt über Käferträume berichtet wird, bei uns jedoch bisher nicht.

Solche Träume nennen wir holophrastic linguistic dreams (HLD’s), ein Ausdruck, der den Gedanken dahinter präzise trifft und den wir Ken Arenson verdanken. Schon bei Jacques Lacan, der auf Sigmund Freud aufbauend sich von dessen Bezug zur Biologie abwandte und das philosophische Gedankengut des Strukturalismus hinzufügte, findet man Thesen zum Einfluss der Sprache auf das Unbewusste.

Sprache hat Einfluss auf und Bedeutung für unser Selbst und das könnte sich auch in unseren Träumen und an unseren Traummotiven zeigen!
Es erwarten uns hier ganz spannende, neue Studien und Publikationen, auf deren weiterführende Erkenntnisse wir uns bereits freuen können.