Ö1-Radiokolleg - Träume auslegen und entwickeln

Brigitte Holzinger war am Donnerstag, den 27. August 2015 zu Gast bei der Ö1-Radiokolleg Sendereihe Träume auslegen und entwickeln / Lebensimpulse aus dem Schlaf- und Wachleben (4). Gestaltung der Sendung von Johannes Kaup.
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  Wir träumen jede Nacht, auch wenn wir uns selten daran erinnern. Egal wie oder was wir träumen - eines ist unbestritten: Träume haben immer mit uns selbst zu tun. Träume haben Menschen immer begleitet. Allerdings waren das Verständnis für Träume und das Interesse daran von Epoche zu Epoche unterschiedlich ausgeprägt. Der Traum und Traumdeutung sind vermutlich so alt wie die menschliche Kultur selbst. Schriftliche Zeugnisse von Träumen sind erhalten aus den Hochkulturen Chinas, Indiens, Ägyptens und Mesopotamiens, in Israel, Griechenland und Rom. Als erster systematischer Traumforscher gilt der 134 nach Christus geborene Artemidor von Daldis, der Träume sammelte, klassifizierte und auswertete. Vor rund 115 Jahren hat Sigmund Freud mit seinem Werk "Die Traumdeutung" eine bahnbrechend neue Humanwissenschaft und eine geistige Revolution in der Wissenschaft ausgelöst. Freud bezeichnete den Traum als den "Königsweg" zur Erforschung des Unbewussten. Heute treffen Träume und Traumauslegung wieder auf ein wachsendes Interesse. Die Auffassung, dass Träume nur "Schäume" seien, also bloße neuronale Entladungen im Gehirn, wird kaum mehr geteilt. Zahlreiche namhafte Gründer therapeutischer Schulen wie C.G.Jung, Alfred Adler, Medard Boss u.v.a. haben ausgehend von seinen Einsichten in die Traumforschung eigene Modelle des Umgangs mit Träumen entwickelt. In dieser Radiokolleg-Reihe wird versucht, die sich im Laufe der Forschung entwickelnden Psychotherapieschulen und Methoden der Traumauslegung für ein breites Publikum vorzustellen. Deshalb wird der Schwerpunkt nicht auf Wissenschaftsgeschichte gelegt, sondern den Hörern die Traumforschung anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis nahegebracht und die Relevanz des Traumes für das Leben des Träumenden hervorgehoben. Aber nicht nur der Schlaftraum, sondern auch der Wachtraum wird in dieser Reihe beleuchtet. Es werden auch Menschen vorgestellt, die als "Traumentwickler" anderen bei der Realisierung ihrer Lebensträume begleiten.

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