Symposium: "TRAUM UND BEWUSSTSEIN"

Wien, 10. - 12. Juni 1998

Ziel des von Dr. Brigitte Holzinger initiierten Symposiums war es, durch Annäherung aus verschiedenen Aspekten der Neurophysiologie, Psychologie, Philosophie und Kunst zu einem besseren Verständnis des Themas zu gelangen. Der Traum und das Bewusstsein, oder das träumerisch bewusste Nutznießen der nächtlichen Kreativität waren für drei Nächte und zwei Tage Schwer- und Diskussionspunkte.

Der interdisziplinäre Austausch über "Traum & Bewusstsein" gab Impulse für verschiedene Disziplinen, wie beispielsweise die Neurophysiologie, Psychologie, Psychotherapie, Philosophie, die Religionswissenschaften, sowie Kunst und Film.

Hintergrund

Wien kann als Geburtsstätte des Themas betrachten werden, hat doch Freud S. hier knapp vor der Jahrhundertwende die für das 20igste Jahrhundert grundlegende Abhandlung über Traum und Traumdeutung verfasst. 1952 wurde von Aserinsky und Kleitman erstmals der REMschlaf beschrieben und den Bezug zu Träumen hergestellt, Dement hat sich dann nach 1957 der Erforschung dieses Zusammenhangs gewidmet. Man könnte die Traumforschung also in die Zeit vor 1960, die beschreibend und psychodynamisch orientiert war, und eine nach 1960 teilen, die auf neurophysiologischer Forschung gründet.

Diese beiden großen Bereiche der Annäherung an den Traum galt es während des Symposiums wieder zusammenzuführen, um sich dem Sinn und dem Kern des Traumes wieder zu nähern. Ein interdisziplinärer Austausch hat Aspekte und Möglichkeiten offenbart, die einer Fachrichtung alleine nicht zur Verfügung stünden.

Themenschwerpunkte

  • Neurophysiologische Modelle, die Träume "erklären"
  • Phänomenologische und Psychologische Aspekte von Bewusstseinsleistungen während des Träumens und des Wachens
  • Philosophische Aspekte
  • Träume, Kreativität und Bewusstsein in Psychoanalyse und Kunst

Errungenschaft

Die Liste der namenhaften Vortragenden (tief stehend) die sich auch im Rahmen von Diskussionsrunden austauschten, hat eine intradiziplinäre Annäherung ermöglicht, was in weiterer Folge zu vielen neuen Impulsen im Forschungsbereich geführt hat, was den Patienten inzwischen auch schon zu Gute kommt. Das nun an der Universität Wien gelehrte Schlafcoaching Programm zum Behandeln von Schlafstörungen ist nur ein Beispiel von vielen intradiziplinärer Errungenschaften.

Ausführliche Information zum Symposium, Aufnahmen und Bericht sind beim Institut erhältlich unter CD’s, DVD’s, Einschlafhilfen und mehr… 

Liste der Vortragenden (alphabetisch):

Roseanne Armitage, Ph. D., Southwestern University, Dallas, Texas

Adolf Grunbaum, Andrew Mellon Professor of Philosophy, Research Professor of Psychiatry, University of Pittsburgh, Pittsburgh, Pennsylvania

Giselher Guttmann, Ph.D., Professor of Psychology, Institut for Experimental Psychology, University of Vienna, Vienna, Austria

Allan Hobson, M. D., Ph. D., Professor of Psychiatry, School of Medicine, Harvard University, Boston, Massachusetts

Brigitte Holzinger, Ph. D., Psychologist and Psychotherapist (Integrative Gestalttherapie), Konrad Lorenz Institut, Vienna, Austria

Michel Jouvet, Professor Emeritus, University of Lyon, France

Tracey Kahan, Ph. D., Professor of Psychology, Santa Clara University, San Jose, California

David Kahn, Ph. D., Volpe National Systems Center, Cambridge, Massachusetts

Stephen LaBerge, Ph. D., Department of Psychology, Stanford University, Stanford, California

Titus Leber, Ph. D., Film Director, Professor of the University for Media Art, Cologne, Germany

Lynne Levitan, Lucidity Institute, Palo Alto, California

Norbu Namkhai Rinpoche, Prof. Emeritus, Rinpoche of Tibetan Buddhism, Naples, Italy

Bernd Saletu, Professor for Psychiatry, University of Vienna, Austria

Wolf Singer, Professor of Brain Research, Max Planck Institute for Brain Research, Frankfurt, Germany

Inge Strauch, Professor of Psychology, University of Zuerich, Switzerland

Paul Tholey, Ph.D., Psychologist (Gestalt Theory), Frankfurt, Germany

Francisco Varela, Ph. D., Director of LENA - Neurosciences Cognitives et Imagerie Cerebrale, Hopital de la Neurophysiology, Paris, France.