PTBS: Posttraumatisches Belastungssyndrom

Die Ergebnisse des Vorprojektes "Kognition im Schlaf – eine therapeutische Intervention bei Albträumen" ergaben zusammenfassend, dass luzides Träumen oder Klarträumen eine erlernbare und zur Bewältigung von Albträumen einsetzbare Technik ist, die auch positive Auswirkungen auf andere Beeinträchtigungen hat (z.B. Verbesserung der Schlafqualität). Aus diesem Grund wollen wir diese therapeutische Technik an einer PatientInnengruppe mit posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) evaluieren. Das Erlernen einer Technik wodurch selbstständig Albträume bewältigt werden können, bietet den Betroffenen eine Chance die komplexe Symptomatik einer PTBS zu bewältigen und den Leidensdruck zu vermindern.

Es gibt nur sehr wenige Studien zu Albträumen bei denen sowohl psychologische als auch physiologische Faktoren gleichzeitig untersucht wurden. Einerseits, weil der Aufwand für Ganznachtschlafableitungen sehr hoch ist, andererseits kommen Albträume bei Schlaflaboruntersuchungen aus verschiedenen Gründen nur sehr selten vor. In dieser Studie wird versucht, anhand polygrafischer Schlafableitungen (PSG) neben diagnostischen Kriterien (Abgrenzung zu anderen Parasomnien, Ausschluss von schlafbezogenen Atmungsstörungen usw.) auch psychophysiologische Korrelate von Albträumen und deren Subtypen mittels ambulanter Polysomnografie zu untersuchen. Ambulante PSGs sind nötig, da, wie sich im Vorprojekt gezeigt hat, einige der PatientInnen mit Albträumen in fremder Umgebung (z.B. im Schlaflabor) nicht schlafen konnten.

An der Studie sollen insgesamt 48 Personen zwischen 18 und 65 Jahren teilnehmen, die unter Albträumen während akuter Belastungssituationen (reaktiv), leiden und ein Bedarf zu deren Behandlung besteht. Die Studie wird in zwei Durchgängen zu je 2 x 12 Personen durchgeführt, wobei jeweils eine Gruppe (Trainingsgruppe) über 10 Wochen ambulant betreut wird, d.h. sie wird an 10 Abenden je 1½ Stunden an einem speziell für das Erlernen des luziden Träumens entwickelten Training teilnehmen. Eine zweite Gruppe (Kontrollgruppe) nimmt an vier 90 minütigen Sitzungen Image Rehearsal Therapie (IRT) teil, verteilt über eine Periode von ebenfalls 10 Wochen. Bei der Durchführung der Studie (Rekrutierung der Studienteilnehmer, Durchführung der laufenden Therapien) kooperieren wir mit der Universitätsklinik für Psychiatrie des AKH-Wien, der Schlafambulanz und der Abteilung für Psychosomatik.

Das Ziel des vorliegenden Projekts besteht in der Therapiekonzeptevaluation des luziden Träumens im Vergleich zur IRT bei der Behandlung von Angst- und Albträumen bei PatientInnen mit Posttraumatischer Belastungsstörung. Durch den Vergleich der beiden Therapieansätze soll herausgefunden werden, ob das luzide Träumen als Therapie bei Albträumen gleich gut oder sogar Vorteile gegenüber der IRT hat. Anhand begleitender psychologischer Tests wird das Ausmaß der Beeinträchtigung und deren Veränderungen während des Therapieverlaufs erfasst und objektiviert. Es ist zu erwarten, dass durch die Reduktion der Albtraumfrequenz auch andere Beeinträchtigungen der PTBS verringert werden. Darüber hinaus können Bezüge zu physiologischen Variablen hergestellt werden, welche einen Einblick in das Zusammenspiel zwischen seelischer und körperlicher Befindlichkeit erlauben und wertvolle Erkenntnisse sowohl für die Schlafmedizin als auch zur Erstellung effektiver Therapieansätze liefern.

Für Informationsmaterial zur Studie oder für Therapieangebote bitten wir um Kontaktaufnahme per E-Mail.